Stichwort: schwarz weiß

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Ai Weiwei und New York der 80er Jahre

Katalog "AI WEIWEI, New York 1983-1993", Distanz, Martin Gropius-Bau

Ai Weiwei fotografierte das Leben im New York der 1980er Jahre, und dabei entwickelte sich eine künstlerische und politische Dokumentation.
Als Ai Weiwei in New York ansässig war, lebte er in einer kleinen Wohnung im Avantgarde-Szeneviertel „East Village“. Er traf sich mit vielen chinesischen und amerikanischen Freunden. New York bot damals wie heute eine Vielfalt an unterschiedlichsten Menschen, und so entstanden viele Porträts von Künstlern, Intellektuellen und Ai Weiweis Freundeskreis. Aber auch Transvestiten (Reportage während des Wigstock-Festivals), Staßendemonstrationen und Proteste, politische Kampagnen (Bill Clinton) wurden abgelichtet.
Ai Weiwei zeigt seine Aufnahmen oft als Diptychon, Triptyk oder Kontaktstreifen. Sie funktionieren wie Stills und Auschnitte einer gesamten Szene oder Serie. Das komplette SW-Negativ wird vergrößert, sodass  das Gefühl entsteht, als gehe die Handlung ausserhalb des Fotos weiter. Ein Gefühl, das auch bei „Einzelbildern“ erhalten bleibt.

Ich glaube, ich möchte das Foto eher als eine Überraschung und weniger als eine Erinnerung betrachten. Wenn wir ein Bild entwickeln und vergrößern, erkenne ich: Oh, so ist das gewesen.
[…] Ich habe im Jahr 2000 angefangen, alles in einer Art Archiv zusammenzutragen. […] Ich wollte alles sehen, weil es für mich eine überschaubare Vergangenheit ist. Ich war in New York, also neigte ich dazu, das als ein kompaktes Paket zu behandeln. Ich bin ein anderes Ich dort. [1]

Ai Weiwei photographia la vie new yorkaise des années 80, constituant ainsi une documentation artistique et politique.
À New York, il vivait dans un minuscule appartement du quartier de la scène avant-gardiste „East Village“. Il croisa et rencontra beaucoup d’intellectuels et artistes américains et de la communauté chinoise. New York offrait (et offre encore aujourd’hui) une variété culturelle et ses portraits de son cercle d’amis, de ces artistes et intellectuels mais aussi les photos-reportages des travestis (Wigstock-Festival), de manifestations ou de campagnes électorales (Bill Clinton) sont la trace de cette époque.
Ai Weiwei présente ses tirages sous forme de diptyque, triptyque ou bande test, ils deviennent des stills et des fragments d’une scène ou d’une série. Le négatif complet (avec la perforation et les numéro) est agrandi même pour les vues uniques, comme pour nous signifier, que hors-champ, „ça continue“.

Ai Weiwei in New York – Fotografien 1983-1993
15. Oktober 2011 bis 18. März 2012 im Martin-Gropius-Bau / Berlin.
  1. [1] Aus dem Ausstellungskatalog „AI WEIWEI, New York 1983-1993“, Distanz, Martin Gropius-Bau.

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Einzelexamplar

Im Zug nach Berlin... Und Ankunft in die Berliner Allee in Weissensee...

Die Austellung „Ai Weiwei, New York 1983-1993“ hat mich dazu gebracht, meine früheren Arbeiten wieder anzuschauen. Die Plattfom uing.net schließt kommenden Sommer und viele Projekte der Website day by day müssen noch „gesichert“ werden. Hier geht es um die Arbeit „Zweiwöchige Er-fahrung mit dem Blick durch die Kamera“ (SW-Fotografien Heft, Einzelexamplar, 1998) und eine kurze Präsentation. Durchblättern. [1]

Meine künstlerische Tätigkeit hat mit der Auseinandersetzung über die Problematik der Identität durch das Stilmittel der photographischen Abbildung begonnen: Zeichen des Alltäglichen, des Banalen unter Benutzung des Abzugs als „Beweis-Werkzeug“ oder als intellektueller „Vorwand“ für die Durchführung eines Projekts vom Anfang bis zum Ende?
Hierbei handelt es sich um eine photographische Arbeit aus dem Jahr 1998 während einer privaten, zweiwöchigen Deutschlandreise. Einfach losgehen mit dem einzigen Ziel, alles zu photographieren, und das Dahinfließen der Tage mit sich nach Hause zurückzubringen, auch unter dem Aspekt der Versuchung der inhaltlichen Konservierung: Möglichst viele Bilder schießen, um so die Spuren meines täglichen Lebens während dieser Zeitspanne zu dokumentieren. Mehr als ein nur sehr persönliches Tagebuch ist dieses Projekt die Abbildung einer Reise, von Begegnungen, der Entdeckung Berlins, eines Experiments und stellt so eine Art „lebendiges Gedächtnis [2]“ dar, das mich an diese Vergangenheit zu erinnern vermag, da mein eigenes Gedächtnis ja nicht unfehlbar ist.
Ich wollte die Darstellung der Person in einer täglichen Umgebung (das Bild, das man von sich selbst hat, und dasjenige, das Andere davon haben) und aber auch den „täuschenden“ Charakter der Photographie herausstellen: „Ja, ich bin das sicherlich auf diesem Photo, aber es stimmt, ich kann mich nicht wiedererkennen.“
Es existiert also ein Prozeß bei der Erstellung eines Abbildes: ein Spiel mit dem Bildauschnitt (Portrait? Selbstportrait?), und auch die Fragestellung: Inwiefern ist das ganze nur in Szene gesetzt, und ob man nicht dazu hin tendiert, das eigene Leben immer wieder zu spielen und zu inszenieren? Ist diese Grenze zwischen „Wirklichkeit“ und „Szene“ (oder „Theater“) noch überhaupt durchschaubar?

L’exposition „Ai Weiwei, New York 1983-1993“ au Martin-Gropius-Bau m’a donné envie de me replonger dans des travaux plus anciens. La plateforme uing.net fermant prochainement, je „sauve-garde“ peu à peu le contenu de day by day et remets en page les différents projets ; il en manque encore beaucoup. J’aimerais juste faire une courte présentation d’un travail photographique noir et blanc : „2 semaines à travers le regard de mon appareil photo“ (Cahier photographique – exemplaire unique 1998). Feuilleter. [3]

Je considère ce projet comme le point de départ de mon questionnement autour de l’identité au moyen du medium photographique : témoignage du quotidien, du banal, en utilisant l’épreuve argentique comme „outil-preuve“ ou alors comme „prétexte“ pour une mise en scène du début à la fin d’un projet ?
Il s’agit ici d’un travail photographique personnel, que j’ai réalisé en 1998 lors d’un voyage de deux semaines en Allemagne. Partir avec, parfois, l’unique but de tout photographier, de rapporter avec soi, et avec l’envie de contenir, l’écoulement des jours : prendre le maximum de photographies pour ainsi retracer ma vie quotidienne correspondant à cette période. Plus qu’un journal – intime -, ce projet est la trace d’un voyage, de rencontres, de découverte de Berlin, d’une expérience (ou expérimentation) et fonctionne comme une sorte de „mémoire vive“ qui me rappellerait de manière presque instantanée ce „passé“, si ma propre mémoire venait à faiblir.
Je souhaitais mettre l’accent sur la (re)présentation du sujet dans son environnement quotidien (l’image qu’il a de lui-même et l’image qu’ont les autres de lui) et sur le caractère „trompeur“ de la photographie : „Oui c’est bien moi sur la photographie, mais c’est vrai, je ne me reconnais pas“.
Il y a un processus de fabrication de l’image : jeu avec le cadrage photographique (portrait ? autoportrait ?). Le résultat était-il alors le compte-rendu d’événements quotidiens „hasardeux“ ou le prétexte pour jouer une „séquence de vie“ pour l’Art ?

  1. [1] Script Automn II, von dhteumeuleu.
  2. [2] aus dem Französischen „Mémoire vive“: Arbeitsspeicher.
  3. [3] Script Automn II, de dhteumeuleu.